Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

Küchengarten: Verkehrsprobleme und Stadtraum

Die Verkehrssituation auf dem Küchengarten ist für alle eine Zumutung:
  • Fußgänger und Radfahrer müssen bis zu 11 Ampelphasen abwarten bis sie die Fössestraße überqueren können.
  • Bus- und Straßenbahnhaltestellen sind um den Platz verteilt. Wer umsteigen will, muss häufig an einer roten Ampel stehend zusehen, wie die Anschlussbahn davonfährt.
  • Die Autofahrer müssen sich durch die Vorrangschaltung für die Straßenbahnen häufig lange gedulden.
Die Misere hat zwei Ursachen, die beide aus dem immer noch gültigen Verkehrskonzept von 1968 stammen:
  1. Die D-Linie (heute Linie 10) sollte unterirdisch in die Limmerstraße einfahren. Die Tunnelstrecke wurde aus Kostengründen nie gebaut. Als Problem bleibt deshalb die Verschneidung der Stadtbahntrasse mit dem privaten Verkehr auf der Erdgeschossebene. Dies geschieht genau der Stelle, an der es für die Verkehrsorganisation am problematischsten ist.
  2. Im Zusammenhang mit dem Ihme-Zentrum sollten an der Elisenstraße zwei Großparkhäuser gebaut werden. Deshalb wurde die Blumenauer Straße mit der Elisenstraße verbunden. Die Parkhäuser wurden nie gebaut. Die Verbindung ist überflüssig und verbraucht sehr viel Platz
Das Verkehrskonzept muss nach 50 Jahren überdacht werden. Dazu hat die Zukunftswerkstatt einen Vorschlag mit
folgenden Eckwerten vorgelegt:
  1. Die Fernradwegverbindungen, die aus Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Ronnenberg aufeinandertreffen, sollen mit dem Ihme-Radweg verbunden werden und über eine neue Brücke auf den Goetheplatz und den Innenstadtring geführt werden.
  2. Der Radweg entlang der Ihmeufers muss entlang des Ihme-Zentrums im selben Ausbaustandard wie entlang der ganzen Ihme hergestellt werden.
  3. Die Elisenstraße muss wieder wie früher senkrecht auf die Spinnereistraße geführt werden.
  4. Die Verschneidung von privatem und öffentlichem Verkehr wird aufgehoben. Der öffentliche Verkehr wird auf die nördlichen Spuren, der private Verkehr auf die südlichen Spuren der Fössestraße verlegt.
  5. Durch Aufstauräume wird die Ampelschaltung des Fußgängerüberweg Fössestraße von den Abbiegespuren des PKW-Verkehrs der Kreuzung Fössestraße/ Blumenauer Straße entkoppelt. Der Fußgängerüberweg wird so beschleunigt.
  6. Durch die Verbesserung der Verkehrsorganisation entsteht ein großes Baugrundstück zwischen Limmerstraße und Elisenstraße. Das Grundstück ist bereits im öffentlichen Besitz. Hier könnten über 100 Wohnungen und erhebliche Gewerbeflächen geschaffen werden können.
Bestandteil des bisher vorgelegten Konzeptes war die Anordnung der Stadtbahnhaltestelle in der Spinnereistraße als Verbindung von Linden-Nord und Ihme-Zentrum. Inzwischen hat die Region entschieden, dass der Hochbahnsteig Küchengarten am Ende der Limmerstraße untergebracht wird. Nachvollziehbarer Grund ist, dass für steigende Fahrgastzahlen die Nutzung einer neuen Strecke über die Blumenauer Straße mit Einfahrt in die Tunnelstrecken ermöglicht wird. Für diese Streckenführung ist die auch stadträumlich wichtige Wiederherstellung der Verbindung von Limmerstraße mit Blumenauer Straße erforderlich.
Das muss zum Anlass genommen werden, das Verkehrskonzept grundsätzlich zu überdenken. Hannover formuliert ehrgeizige Ziele, um den Anteile von öffentlichem Nahverkehr und Radverkehr in den kommenden Jahren erheblich zu steigern. Dazu passt es nicht, an einem 50 Jahre alten Verkehrskonzept weiterzubasteln, bei dem diese Verkehrsarten nicht einmal thematisiert wurden.
Nur wenn überflüssige Verkehrsflächen aufgehoben werden, können sich Ihme-Zentrum und der Stadtteil Linden näher kommen und zusammenwachsen.
Die stadträumlichen Möglichkeiten veranschaulicht ein kurzes Video über die Masterarbeit von Albert Laqua an der Leibniz-Universität.