Trauer um Manfred Hinz

Unser Vorstandsmitglied Manfred P. Hinz ist am 24. Juli gestorben. 

Manfred war ein langjÀhriges, umtriebiges Vereinsmitglied, zudem unser stets mitdenkend agierender Raummanager und Mitglied unseres Vorstands.

Er wird uns sehr fehlen und in herzlicher Erinnerung bleiben.

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V.
Die verbliebenen Vorstandsmitglieder

Neue RĂ€ume

Unsere neuen RÀume sind ab sofort nutzbar. Wenn Sie sich einen Eindruck verschaffen möchten, sehen Sie sich gern das Video von der Eröffnung an.

Video: Michael Hoop, Schnitt: Alexander Grosse-Strangmann

 

RundgÀnge

Die beliebten RundgĂ€nge bieten wir wieder monatlich an! 🙂

06.11.2021 mit Schwerpunkt Kultur,
04.12.2021 mit Scherpunkt Architektur,
08.01.2022 mit Schwerpunkt Bewohner:innen

Details finden Sie in unserer TerminĂŒbersicht.

Anmeldungen unter rundgaenge@ihmezentrum.info – kontaktieren Sie uns gern auch fĂŒr Gruppen mit individuellen Terminen.

Licht am Ende des Tunnels

Lange hat es gedauert. DafĂŒr kommt es jetzt mit großer IntensitĂ€t. Die Planungen fĂŒr die Durchwegung von der Gartenallee ĂŒber die Ida-Ahrenhold-BrĂŒcke zur Calenberger Neustadt gehen mit engem Zeitplan voran. Vom 29.06. bis zum 19.07.2020 haben Anwohner drei Wochen Zeit, um zu zwei Entwurfsvarianten Stellung zu nehmen. Das kann per Postkarte oder im Internet  geschehen. Wir rufen alle auf, ihre Anregungen, WĂŒnsche, Vorstellungen aber auch ihre Bedenken in den Prozess einzubringen. Wir – insbesondere die AG Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum – haben uns die PlĂ€ne genauer angesehen. Die Zukunftswerkstatt wurde auch wĂ€hrend eines besonderen Termins ĂŒber den Stand der Planung von Stadtplanungsamt, Hausverwaltung und GroßeigentĂŒmer in Kenntnis gesetzt. Hier unsere EinschĂ€tzung:

Wir freuen uns, dass die Durchwegung gradlinig, teilweise breit und ĂŒbersichtlich durch das Ihme-Zentrum gefĂŒhrt werden soll. Das Wegesystem der angrenzenden Stadtteile wird teilweise aufgenommen. Der Durchgang wird ĂŒber Deckenöffnungen mit Tageslicht versorgt. Gelöst werden konnte eine komplizierte rechtliche Frage: Der Weg kann nicht nur öffentlich genutzt werden, sondern ist auch öffentlich gewidmet. Außerdem suggerieren die Planskizzen, dass der Weg nachts sehr gut beleuchtet werden soll.

Unsere prinzipielle Kritik an beiden vorgestellten Varianten ist, dass es sich nur um eine Variante mit zwei signifikant unterschiedlichen Designmerkmalen handelt: der eckige Rhombenentwurf und das runde Kreisdesign. In der planerischen Grundstruktur Ă€hneln sich beide EntwĂŒrfe „wie ein Ei dem anderen.“

Diese planerische Grundstruktur weist deutliche MĂ€ngel auf: So werden die Chancen der hohen Publikumsfrequenz, die sich mit der Aufwertung der Durchwegung noch steigern wird, nicht genutzt. Das Ihme-Zentrum wurde im ursprĂŒnglichen Planungsansatz der 1960er Jahre um eine Etage nach oben verschoben. Damit wurde die Straßenebene zum Kellergeschoss – und diese Gestaltung zu einer Ursache der stĂ€dtebaulich isolierten Insellösung. Den Fenstern und EingĂ€ngen der Wohn- und Gewerbebebauung an der Blumenauer Straße wurde ein Tiefgaragengeschoss gegenĂŒbergestellt.

Beide aktuell prĂ€sentierten Varianten der hoch frequentierten Durchwegung tragen wieder nicht dazu bei, das Ihme-Zentrum hinreichend in den Siedlungskontext einzubetten. Es handelt sich um eine Tunnellösung, die nur durch Nutzungen flankiert wird, die nicht in den stĂ€dtebaulichen Kommunikationsbereich gehören, so dass keine stĂ€dtebauliche Einbettung in den rĂ€umlichen Kommunikationszusammenhang erfolgt. Die angrenzenden Nutzungen sind: lange Brandwand, FluchttreppenhĂ€user, MĂŒll-Container, Garagenzugang und FahrradabstellrĂ€ume. In einem öffentlichen Straßenraum entwickelt sich durch Fenster, Eingangsbereiche sowie LĂ€den, CafĂ©s und WerkstĂ€tten , ein System der sozialen Anteilnahme und Verantwortlichkeit. Diese QualitĂ€ten erreicht eine Brandwand nicht – egal ob sie mit Rauten oder Kreisen dekoriert wird.

Es besteht das Risiko, dass beide Varianten der Durchwegung wieder den Charakter eines Angstraums entwickeln, der sowohl Gender-Kriterien in der Stadtplanung als auch Kriterien der stÀdtebaulichen KriminalprÀvention nicht gerecht wird. Folgende Kritikpunkte spielen dabei eine Rolle:

  • Es findet keine natĂŒrliche soziale Kontrolle durch angelagerte Nutzungen (wie z.B. Kiosk, LĂ€den, Gastronomie) statt.
  • Auf der Seite zur Gartenallee droht die trichterförmige Engstelle Konflikte zwischen Nutzerinnen und Nutzern auszulösen.
  • Der Übergang ĂŒber die Gartenallee schließt sich nicht organisch an; auch hier ist eine Nutzungsverknotung zu befĂŒrchten.
  • In der Durchwegung fehlt eine ĂŒberzeugende Zonierung – d.h. es gibt keine ĂŒberzeugende Ordnung des Rad- und Fußverkehrs; vor der Ida-Ahrenhold-BrĂŒcke fehlt eine Zonierung fĂŒr eine gastronomische Außenbewirtschaftung, von der aus natĂŒrliche soziale Kontrolle in die Durchwegung wirken kann, und eine Zonierung zur halböffentlichen Abstufung des Übergangs vor dem benachbarten Hauseingang.

Wir machen folgende VorschlĂ€ge zur Verbesserung – dafĂŒr ist eine Erweiterung des Bearbeitungsbereiches notwendig:

  • BrandwĂ€nde sind im Abstand von 40-50 m notwendig. Deshalb kann die Brandwand von der Nordwest-Fassade der Durchwegung auch 5-10 m nach innen verschoben werden. Damit bekommt die Fassade die Chance, dort Nutzungen anzulagern, die den Verkehrsraum beleben und fĂŒr Sicherheit sorgen.
  • Die Durchwegung soll sich möglichst weitgehend den QualitĂ€ten einer Straße annĂ€hern. Deshalb ist die FortfĂŒhrung der Gestaltung der neuen Straßenfassade an der Blumenauer Straße in die Fassaden der Durchwegung naheliegend. Da im kurzen Planungszeitraum kein Nutzungskonzept entlang der Durchwegung entwickelt werden kann, gilt es, das parallele Dilemma – Fassade ohne Nutzung – zu lösen. Weshalb nicht auch hier auf die Lösung der Fassade in der Blumenauer Straße zurĂŒckgreifen: Die Fassaden an der Durchwegung wird ebenfalls in regelmĂ€ĂŸige Segmente aufgeteilt, in denen hinterher nach Nutzungsbedarf offene und geschlossene Elemente miteinander kombiniert werden können. Dazu ist eine Abtrennung von FlĂ€chen fĂŒr angelagerte Parkraum-Nutzungen erforderlich.
  • Öffnung der Engstelle und Platzierung eines Kiosks o.Ă€., von dem aus natĂŒrliche soziale Kontrolle von der Seite der Gartenallee erfolgen kann.
  • Den Übergang ĂŒber die Gartenallee organisch anschließen.
  • Konfliktmindernde Zonierung: Klare Trennung des Rad- und Fußverkehrs in der Durchwegung, Zone fĂŒr gastronomische Außenbewirtschaftung vor der Ida-Ahrenhold-BrĂŒcke, gestalterische Schaffung eines halb-öffentlichen Übergangs vor dem Hauseingang „Ihmepassage 2“ auf der Ostseite.

Ist das alles?

Nach zwei Jahren Stille ist ein Vertrag zwischen der Stadtver­waltung und dem GroßeigentĂŒmer unterzeichnet worden. SelbstverstĂ€ndlich freuen wir uns sehr, dass an die Stelle des Provisoriums nun endlich eine ansprechende großzĂŒgige Durchwegung zwischen Gartenallee und Ida-Ahrenholt-BrĂŒcke treten wird.

Die Stadtverwaltung hat finanzielle Zusagen ĂŒber 2 Millionen Euro vom Bundesministerium zugesagt bekommen auch und gerade wegen eines BĂŒrgerbeteiligungskonzepts. Dabei hat sie auch von der Arbeit des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum profitiert, der bereits zweimal fĂŒr den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis nominiert wurde.

Aber zwei Jahre seit der großen Auftaktveranstaltung im Mai 2018 ist nichts passiert. Der Berg kreißte und gebar eine Maus: Auf der vom MediationsbĂŒro eingerich­teten Website findet man jetzt ein Zeitfenster von zweieinhalb Wochen fĂŒr die Beteiligung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

Echte Beteiligungsprozesse sehen anders aus. Da mĂŒssen wir nicht einmal in andere StĂ€dte gucken, wo es exzellente Beispiele gĂ€be. Wir erinnern uns an die Sanierungsgebiete Linden-SĂŒd und Linden-Nord, an die Beteiligungsformate fĂŒr die Neugestaltung des Steintors.

Auch wie und wann die Verwendung der Fördermittel fĂŒr die Entwickling von Konzepte fĂŒr sozio-kulturelle Nutzungen in RĂ€umen des Ihme-Zentrums vorgesehen ist, steht in den Sternen.

Seit zwei Jahren gab es keine GesprĂ€che mehr mit der Stadtspitze oder der Bauverwaltung mit der Zukunftswerkstatt, und auch ein Brief an den neuen OberbĂŒrgermeister bleibt seit zwei Wochen unbeantwortet.

Da hilft es auch nicht, dass die Information auf der stĂ€dtischen Website von Bannern fĂŒr „Mein Hannover 2030 – jeden Tag eine gute Stadt“ und fĂŒr die Kampagne „Kulturhauptstadt Hannover 2025“ flankiert wird.

Wir warten weiter auf den Dialog.

Wieder offen

Nach der AllgemeinverfĂŒgung des Landes Niedersachsen (Stand 5. Mai) kann unser Saal ab dem 11. Mai wieder genutzt werden, jedoch nur fĂŒr geschlossene Veranstaltungen und mit max. 20 Personen. Die Miete betrĂ€gt fĂŒr gemeinwohlorientierte Gruppen 60 € pro Veranstaltung, bei anderen Veranstaltern 100 €. Dies beinhaltet eine sorgfĂ€ltige Reinigung aller FlĂ€chen nach jeder Nutzung nach den Regeln der Coronaverordnung durch den Vermieter und die Bereitstellung eines Beamers. Ein GĂ€ste-WLAN steht zur VerfĂŒgung, damit bei Bedarf Externe per Videokonferenz, Skype, Zoom u.Ă€. zugeschaltet werden können.

FĂŒr Raumbuchungen wenden Sie sich bitte wie ĂŒblich an raum@zukunftswerkstatt.info.

Umbau des Ihme-Zentrums

Im sĂŒdlichen Bereich der Blumenauer Straße ist Anfang April die Demontage von Fassadenverblendungen fortgesetzt worden und damit auch ein praktischer Schritt zur Neugestaltung des Sockelbereichs des Ihme-Zentrums  erkennbar. Auch das Baustellenschild an der Blumenauer Straße wurde erneuert.

Im Ihme-Zentrum selber tut sich baulich aber derzeit wenig. Immerhin waren schon mehrfach PlĂ€ne zur Neugestaltung der Fußweg/Radweg-Durchwegung (Gartenallee <> Calenberger Straße etc.) in den Medien, aber eine Information an die kleineren EigentĂŒmer oder gar eine BĂŒrgerbeteiligung hat bisher nicht stattgefunden. Wir hoffen zwar, dass die AktivitĂ€ten trotz Corona weitergehen, es könnte aber auch zu weiteren Verzögerungen kommen.

PlĂ€ne fĂŒr den weiteren Umbau der Basisebene oder fĂŒr die zukĂŒnftige Nutzung des enercity-BĂŒroturms sind derzeit nicht bekannt. Auch hier ist bisher keinerlei BĂŒrgerbeteiligung zu spĂŒren.

FĂŒr Schlagzeilen sorgte am Jahresanfang ein Beschlussantrag fĂŒr die EigentĂŒmerversammlung, wonach sich alle GewerbeeigentĂŒmer (nicht nur der GroßeigentĂŒmer) an den Kosten der Sanierung beteiligen sollen (ca. 50 Millionen Euro oder mehr), wobei die TrĂ€gergesellschaft der Zukunftswerkstatt, die Ihmeplatz 7E GmbH, mit zumindest 160.000 Euro beteiligt ist. Die TrĂ€gergesellschaft und der Verein arbeiten an einer Lösung des Problems.

Umbau der Zukunftswerkstatt

Zum Jahreswechsel wurde der Umbau des großen Saals erfolgreich umgesetzt. Nach weitgehendem Entfernen der Deckenverkleidung steht nun eine höhere Decke zur VerfĂŒgung, daraus resultierend eine bessere Akustik und mehr Platz fĂŒr PrĂ€sentationen per Beamer etc.; wir haben dafĂŒr fast 13.000 Euro investiert. Daneben haben wir auch ein neues Schließsystem, das u.a. auch einen Zugang per PIN ermöglicht.

Dank an alle ehrenamtlich Beteiligten aus der Raum-AG, aber natĂŒrlich auch an die finanziell fördernde Stadt Hannover!

2019 fanden in unseren RĂ€umen 242 Veranstaltungen mit ca. 6.500 Teilnehmer*innen statt. Ein besonderer Dank an unseren „Raummanager”, ohne den das nicht hĂ€tte bewĂ€ltigt werden können.

Wir hoffen, unsere RĂ€ume nach Ende der epidemiebedingten Schließung wieder mit vielfĂ€ltigem Leben fĂŒllen zu können.