Licht am Ende des Tunnels

Lange hat es gedauert. Daf├╝r kommt es jetzt mit gro├čer Intensit├Ąt. Die Planungen f├╝r die Durchwegung von der Gartenallee ├╝ber die Ida-Ahrenhold-Br├╝cke zur Calenberger Neustadt gehen mit engem Zeitplan voran. Vom 29.06. bis zum 19.07.2020 haben Anwohner drei Wochen Zeit, um zu zwei Entwurfsvarianten Stellung zu nehmen. Das kann per Postkarte oder im Internet┬á geschehen. Wir rufen alle auf, ihre Anregungen, W├╝nsche, Vorstellungen aber auch ihre Bedenken in den Prozess einzubringen. Wir ÔÇô insbesondere die AG Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ÔÇô haben uns die Pl├Ąne genauer angesehen. Die Zukunftswerkstatt wurde auch w├Ąhrend eines besonderen Termins ├╝ber den Stand der Planung von Stadtplanungsamt, Hausverwaltung und Gro├čeigent├╝mer in Kenntnis gesetzt. Hier unsere Einsch├Ątzung:

Wir freuen uns, dass die Durchwegung gradlinig, teilweise breit und ├╝bersichtlich durch das Ihme-Zentrum gef├╝hrt werden soll. Das Wegesystem der angrenzenden Stadtteile wird teilweise aufgenommen. Der Durchgang wird ├╝ber Decken├Âffnungen mit Tageslicht versorgt. Gel├Âst werden konnte eine komplizierte rechtliche Frage: Der Weg kann nicht nur ├Âffentlich genutzt werden, sondern ist auch ├Âffentlich gewidmet. Au├čerdem suggerieren die Planskizzen, dass der Weg nachts sehr gut beleuchtet werden soll.

Unsere prinzipielle Kritik an beiden vorgestellten Varianten ist, dass es sich nur um eine Variante mit zwei signifikant unterschiedlichen Designmerkmalen handelt: der eckige Rhombenentwurf und das runde Kreisdesign. In der planerischen Grundstruktur ├Ąhneln sich beide Entw├╝rfe ÔÇ×wie ein Ei dem anderen.ÔÇť

Diese planerische Grundstruktur weist deutliche M├Ąngel auf: So werden die Chancen der hohen Publikumsfrequenz, die sich mit der Aufwertung der Durchwegung noch steigern wird, nicht genutzt. Das Ihme-Zentrum wurde im urspr├╝nglichen Planungsansatz der 1960er Jahre um eine Etage nach oben verschoben. Damit wurde die Stra├čenebene zum Kellergeschoss ÔÇô und diese Gestaltung zu einer Ursache der st├Ądtebaulich isolierten Insell├Âsung. Den Fenstern und Eing├Ąngen der Wohn- und Gewerbebebauung an der Blumenauer Stra├če wurde ein Tiefgaragengeschoss gegen├╝bergestellt.

Beide aktuell pr├Ąsentierten Varianten der hoch frequentierten Durchwegung tragen wieder nicht dazu bei, das Ihme-Zentrum hinreichend in den Siedlungskontext einzubetten. Es handelt sich um eine Tunnell├Âsung, die nur durch Nutzungen flankiert wird, die nicht in den st├Ądtebaulichen Kommunikationsbereich geh├Âren, so dass keine st├Ądtebauliche Einbettung in den r├Ąumlichen Kommunikationszusammenhang erfolgt. Die angrenzenden Nutzungen sind: lange Brandwand, Fluchttreppenh├Ąuser, M├╝ll-Container, Garagenzugang und Fahrradabstellr├Ąume. In einem ├Âffentlichen Stra├čenraum entwickelt sich durch Fenster, Eingangsbereiche sowie L├Ąden, Caf├ęs und Werkst├Ątten , ein System der sozialen Anteilnahme und Verantwortlichkeit. Diese Qualit├Ąten erreicht eine Brandwand nicht ÔÇô egal ob sie mit Rauten oder Kreisen dekoriert wird.

Es besteht das Risiko, dass beide Varianten der Durchwegung wieder den Charakter eines Angstraums entwickeln, der sowohl Gender-Kriterien in der Stadtplanung als auch Kriterien der st├Ądtebaulichen Kriminalpr├Ąvention nicht gerecht wird. Folgende Kritikpunkte spielen dabei eine Rolle:

  • Es findet keine nat├╝rliche soziale Kontrolle durch angelagerte Nutzungen (wie z.B. Kiosk, L├Ąden, Gastronomie) statt.
  • Auf der Seite zur Gartenallee droht die trichterf├Ârmige Engstelle Konflikte zwischen Nutzerinnen und Nutzern auszul├Âsen.
  • Der ├ťbergang ├╝ber die Gartenallee schlie├čt sich nicht organisch an; auch hier ist eine Nutzungsverknotung zu bef├╝rchten.
  • In der Durchwegung fehlt eine ├╝berzeugende Zonierung ÔÇô d.h. es gibt keine ├╝berzeugende Ordnung des Rad- und Fu├čverkehrs; vor der Ida-Ahrenhold-Br├╝cke fehlt eine Zonierung f├╝r eine gastronomische Au├čenbewirtschaftung, von der aus nat├╝rliche soziale Kontrolle in die Durchwegung wirken kann, und eine Zonierung zur halb├Âffentlichen Abstufung des ├ťbergangs vor dem benachbarten Hauseingang.

Wir machen folgende Vorschl├Ąge zur Verbesserung ÔÇô daf├╝r ist eine Erweiterung des Bearbeitungsbereiches notwendig:

  • Brandw├Ąnde sind im Abstand von 40-50 m notwendig. Deshalb kann die Brandwand von der Nordwest-Fassade der Durchwegung auch 5-10 m nach innen verschoben werden. Damit bekommt die Fassade die Chance, dort Nutzungen anzulagern, die den Verkehrsraum beleben und f├╝r Sicherheit sorgen.
  • Die Durchwegung soll sich m├Âglichst weitgehend den Qualit├Ąten einer Stra├če ann├Ąhern. Deshalb ist die Fortf├╝hrung der Gestaltung der neuen Stra├čenfassade an der Blumenauer Stra├če in die Fassaden der Durchwegung naheliegend. Da im kurzen Planungszeitraum kein Nutzungskonzept entlang der Durchwegung entwickelt werden kann, gilt es, das parallele Dilemma ÔÇô Fassade ohne Nutzung ÔÇô zu l├Âsen. Weshalb nicht auch hier auf die L├Âsung der Fassade in der Blumenauer Stra├če zur├╝ckgreifen: Die Fassaden an der Durchwegung wird ebenfalls in regelm├Ą├čige Segmente aufgeteilt, in denen hinterher nach Nutzungsbedarf offene und geschlossene Elemente miteinander kombiniert werden k├Ânnen. Dazu ist eine Abtrennung von Fl├Ąchen f├╝r angelagerte Parkraum-Nutzungen erforderlich.
  • ├ľffnung der Engstelle und Platzierung eines Kiosks o.├Ą., von dem aus nat├╝rliche soziale Kontrolle von der Seite der Gartenallee erfolgen kann.
  • Den ├ťbergang ├╝ber die Gartenallee organisch anschlie├čen.
  • Konfliktmindernde Zonierung: Klare Trennung des Rad- und Fu├čverkehrs in der Durchwegung, Zone f├╝r gastronomische Au├čenbewirtschaftung vor der Ida-Ahrenhold-Br├╝cke, gestalterische Schaffung eines halb-├Âffentlichen ├ťbergangs vor dem Hauseingang ÔÇ×Ihmepassage 2ÔÇť auf der Ostseite.

Ist das alles?

Nach zwei Jahren Stille ist ein Vertrag zwischen der Stadtver┬şwaltung und dem Gro├čeigent├╝mer unterzeichnet worden. Selbstverst├Ąndlich freuen wir uns sehr, dass an die Stelle des Provisoriums nun endlich eine ansprechende gro├čz├╝gige Durchwegung zwischen Gartenallee und Ida-Ahrenholt-Br├╝cke treten wird.

Die Stadtverwaltung hat finanzielle Zusagen ├╝ber 2 Millionen Euro vom Bundesministerium zugesagt bekommen auch und gerade wegen eines B├╝rgerbeteiligungskonzepts. Dabei hat sie auch von der Arbeit des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum profitiert, der bereits zweimal f├╝r den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis nominiert wurde.

Aber zwei Jahre seit der gro├čen Auftaktveranstaltung im Mai 2018 ist nichts passiert. Der Berg krei├čte und gebar eine Maus: Auf der vom Mediationsb├╝ro eingerich┬şteten Website findet man jetzt ein Zeitfenster von zweieinhalb Wochen f├╝r die Beteiligung der B├╝rgerinnen und B├╝rger.

Echte Beteiligungsprozesse sehen anders aus. Da m├╝ssen wir nicht einmal in andere St├Ądte gucken, wo es exzellente Beispiele g├Ąbe. Wir erinnern uns an die Sanierungsgebiete Linden-S├╝d und Linden-Nord, an die Beteiligungsformate f├╝r die Neugestaltung des Steintors.

Auch wie und wann die Verwendung der F├Ârdermittel f├╝r die Entwickling von Konzepte f├╝r sozio-kulturelle Nutzungen in R├Ąumen des Ihme-Zentrums vorgesehen ist, steht in den Sternen.

Seit zwei Jahren gab es keine Gespr├Ąche mehr mit der Stadtspitze oder der Bauverwaltung mit der Zukunftswerkstatt, und auch ein Brief an den neuen Oberb├╝rgermeister bleibt seit zwei Wochen unbeantwortet.

Da hilft es auch nicht, dass die Information auf der st├Ądtischen Website von Bannern f├╝r ÔÇ×Mein Hannover 2030 ÔÇô jeden Tag eine gute StadtÔÇť und f├╝r die Kampagne ÔÇ×Kulturhauptstadt Hannover 2025ÔÇť flankiert wird.

Wir warten weiter auf den Dialog.

Neue Nutzungen – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

Neue Nutzungen

Das Ihme-Zentrum wurde als eine multifunktionale, hoch verdichtete Komplexbebauung errichtet. Wohnen, Dienstleistung, Einzelhandel, Gesundheit, Kultur und Freizeit sowie ├Âffentliche Einrichtungen wurden in enge Nachbarschaft gebracht. Der ganze Tagesablauf kann mit extrem kurzen Wegen bew├Ąltigt werden. Dies ist auch heute noch eine der gro├čen Qualit├Ąten des Ihme-Zentrums. Diese Qualit├Ąt soll weiterentwickelt werden. Neue Nutzungen m├╝ssen haupts├Ąchlich f├╝r die Fl├Ąchen des nicht funktionierenden Einkaufszentrums im Sockel gefunden werden.

 

Produktive Stadt

Die Produktion als Nutzung wurde aufgrund der damals erheblichen Emissionen als Funktion ausgelagert. Durch verbesserte Bautechnik und die Digitalisierung entstehen inzwischen neue Produktionstechniken, die leiser, platzsparender und umweltfreundlicher sind. Deshalb kann diese Produktion in die Stadt zur├╝ckkehren. Produzierende Gewerbeh├Âfe profitieren von ihrem Standort im Stadtteil. Die Gr├╝nderszene, die r├Ąumliche wie soziale N├Ąhe zu Forschungs- und Bildungseinrichtungen, der gute Zugang zu qualifiziertem Personal, kurze Wege und die N├Ąhe zu den eigenen Absatzm├Ąrkten haben in anderen St├Ądten bereits neue Stadtfabriken entstehen lassen. Der 6-8 m hohe Sockel zwischen K├╝chengarten und Gartenallee bietet f├╝r diese Nutzung ideale Voraussetzungen.

Kreativ- und Kulturetage

Die aufgrund ihrer Lage- und Belichtungsm├Âglichkeit schwer nutzbare Fl├Ąchen der ehemaligen Saturn-Verkaufsfl├Ąchen k├Ânnen dringend ben├Âtigten Ateliers und Co-Working-Spaces Platz bieten.

Neue Wohnnutzungen

Die leerstehenden B├╝roetagen in den Obergeschossen entlang der Blumenauer Stra├če eignen sich f├╝r ca. 100 ebenfalls dringend ben├Âtigte, innerst├Ądtische, barrierefreie Wohnungen.

Einzelhandel

Einzelhandelsfl├Ąchen werden sich in geringerem Umfang entlang der neuen Wegeverbindungen K├╝chengarten und Gartenallee f├╝r den ├Ârtlichen Bedarf ansiedeln lassen. Hier sollen Supermarktfl├Ąchen mit begleitenden L├Ąden (B├Ąckerei, Fleischerei etc.) vorgesehen werden.

Bestehende B├╝ro- und Wohnnutzungen in den Obergeschossen

Diese Nutzungen in den Obergeschossen funktionieren und sollen nicht ge├Ąndert werden. Die Fl├Ąchen der ehemaligen Einkaufszentrumspassage sollen als halb├Âffentliche Fl├Ąche oder Wohnhof diesen Nutzungen zugeordnet werden.

Studentenwohnheim und Fitness

Ausgehend vom ebenfalls gut nachgefragten Studentenwohnheim k├Ânnten ggf. in Zusammenarbeit mit dem Bereich Sport der Leibniz-Universit├Ąt verst├Ąrkt Fitness- und Wassersportangebote angesiedelt werden.

Die AG Architektur und Stadtplanung bereitet Workshops und eine Seminar mit der Leibniz-Universit├Ąt vor, um konkretere Vorschl├Ąge f├╝r die Sockelnutzung als Produktive Stadt und andere neue Nutzungen zu entwickeln.

 

Eigentum und Recht

Die Arbeitsgruppe Architektur und Stadtplanung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (kurz: AG Planung) sieht in der un├╝bersichtlichen Eigentumsstruktur die Hauptursache f├╝r Stagnation und Verfall des Ihme-Zentrums. Dringend notwendige Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen werden seit Jahren nicht ausgef├╝hrt. Die Haustechnik ist so ├╝beraltert, dass f├╝r Leitungssch├Ąden kein ├╝blicher Versicherungsschutz besteht. Undichte D├Ącher gef├Ąhrden die Bausubstanz.
Die seit 1971 fortgeschriebene Beschlusssammlung zur Gemeinschaftsordnung umfasst mehrere hundert Seiten. Das Einkaufszentrum ist immer noch die Gesch├Ąftsgrundlage der Betriebskostenverteilung, obwohl es l├Ąngst verwaist ist.
Erhebliche Eingriffe in das Gemeinschaftseigentum von 2007 blieben in der Teilungserkl├Ąrung bislang unber├╝cksichtigt.
Dies bietet Anlass f├╝r zahlreiche rechtliche Auseinandersetzungen, die allesamt nur Verschiebungen in den Kostenverteilungen zum Ziel haben. Sie entwickeln keine L├Âsungsperspektive, weil die Strukturprobleme und die damit einhergehende gegenseitige L├Ąhmung nicht behoben wird. Der Versuch der Landesbank Berlin, die Eigentumsstruktur privatrechtlich zu reformieren, ist an der fehlenden Zustimmung einzelner Eigent├╝mer gescheitert.
Ein Vorschlag der AG Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist die ├Âffentliche Widmung des Wege- und Erschlie├čungssystems im Ihme-Zentrum. Dadurch werden einzelne Eigent├╝mergemeinschaften ├Ąhnlich unabh├Ąngig, wie dies im umliegenden Stadtteil der Fall ist. Auf dieser Grundlage gelingt die Entflechtung der Interessen der Sondereigentumsfl├Ąchen Gewerbe und Wohnen. Hiervon w├╝rden alle profitieren:
  • Die Wohnungseigent├╝mer bek├Ąmen unabh├Ąngige Zug├Ąnge von ├Âffentlichen Fl├Ąchen. Die Haftung w├╝rde mit ├╝bersichtlicheren Eigent├╝mergemeinschaften begrenzt. Dringend erforderliche Instandhaltungsinvestitionen k├Ânnten angegangen werden.
  • Die Gewerbeeigent├╝mer bek├Ąmen Sondereigentumsfl├Ąchen die sie wirtschaftlich unabh├Ąngig entwickeln k├Ânnen.
  • Die Kommune bek├Ąme ein ├Âffentlich gewidmetes Wegesystem, mit dem Ihme-Zentrum, umliegender Stadtteil und Flussufer zusammenwachsen w├╝rden. Die Wiederbelebung der Gewerbefl├Ąchen w├╝rde erhebliche Steuereinnahmen generieren.

Wir gehen davon aus, dass die Neustrukturieren der Eigentumsordnung nur mit ├Âffentlicher Moderation und ggf. mit ├Âffentlich-rechtlichen Eingriffen m├Âglich ist.

Deshalb begr├╝├čen wir au├čerordentlich, dass die Stadtverwaltung Mittel des Bundesbauministerium eingeworben hat, um
  • die rechtlichen M├Âglichkeiten der Neustrukturierung nach Wohnungseigentumsrecht und Baugesetzbuch zu kl├Ąren,
  • ein ├Âffentlich gewidmetes Wegesystem herzustellen und rechtlich abzusichern,
  • die internen und externen Kommunikationsprozesse als Grundlage f├╝r eine Neuausrichtung zu moderieren.

Die AG Architektur und Stadtplanung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum steht im Austausch mit der derzernats├╝bergreifenden Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung.

Zusammenwachsen – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

Wie das Ihme-Zentrum mit dem Stadtteil zusammenw├Ąchst

Der verwaiste Sockel des Ihme-Zentrums wird seine Neubestimmung durch das Zusammenwachsen mit dem umliegenden, vitalen Stadtteil erfahren. Daf├╝r m├╝ssen neue Bez├╝ge zum Stadtraum und dem Wegesystem des Stadtteils hergestellt werden:
  1. Die Gr├╝nverbindung zwischen F├Âssestra├če und Rampenstra├če muss ├╝ber den K├╝chengartenplatz hinweg an die Ihme verl├Ąngert werden. Dazu m├╝ssen keine Geb├Ąude abgerissen werden, sondern nur gro├če Belichtungs├Âffnungen im ungenutzten Platz des ehemaligen Einkaufszentrum hergestellt werden.
  2. Die wichtige Rad- und Fu├čwegverbindung von Linden Mitte ├╝ber die Gartenallee in die Calenberger Stra├če muss ├╝bersichtlich befahrbar und attraktiver werden.
  3. Der Radweg am Ihmeufer muss auch entlang des Ihme-Zentrum als Fernradweg nutzbar werden. Der Fu├čg├Ąngerweg muss vom Radweg so getrennt werden, dass er als angenehmer Uferweg nutzbar ist.
  4. Die Fassaden entlang der Blumenauer Stra├če und Spinnereistra├če m├╝ssen im Erdgeschoss identifizierbare Eing├Ąnge und Adressen bekommen. Die Nutzungen im Erdgeschoss (L├Ąden, B├╝ros, Werkst├Ątten) m├╝ssen auf die Stra├če ausstrahlen.
  5. Durch die Neuorganisation des Verkehrs am K├╝chengarten k├Ânnen bisherige Verkehrs- und Brachfl├Ąchen bebaut werden. Stra├čenprofile werden f├╝r Fu├čg├Ąnger ├╝berschaubar. Die Bebauung des Stadtteils w├Ąchst mit dem Ihme-Zentrum zusammen.

 

K├╝chengarten – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

K├╝chengarten: Verkehrsprobleme und Stadtraum

Die Verkehrssituation auf dem K├╝chengarten ist f├╝r alle eine Zumutung:
  • Fu├čg├Ąnger und Radfahrer m├╝ssen bis zu 11 Ampelphasen abwarten bis sie die F├Âssestra├če ├╝berqueren k├Ânnen.
  • Bus- und Stra├čenbahnhaltestellen sind um den Platz verteilt. Wer umsteigen will, muss h├Ąufig an einer roten Ampel stehend zusehen, wie die Anschlussbahn davonf├Ąhrt.
  • Die Autofahrer m├╝ssen sich durch die Vorrangschaltung f├╝r die Stra├čenbahnen h├Ąufig lange gedulden.
Die Misere hat zwei Ursachen, die beide aus dem immer noch g├╝ltigen Verkehrskonzept von 1968 stammen:
  1. Die D-Linie (heute Linie 10) sollte unterirdisch in die Limmerstra├če einfahren. Die Tunnelstrecke wurde aus Kostengr├╝nden nie gebaut. Als Problem bleibt deshalb die Verschneidung der Stadtbahntrasse mit dem privaten Verkehr auf der Erdgeschossebene. Dies geschieht genau der Stelle, an der es f├╝r die Verkehrsorganisation am problematischsten ist.
  2. Im Zusammenhang mit dem Ihme-Zentrum sollten an der Elisenstra├če zwei Gro├čparkh├Ąuser gebaut werden. Deshalb wurde die Blumenauer Stra├če mit der Elisenstra├če verbunden. Die Parkh├Ąuser wurden nie gebaut. Die Verbindung ist ├╝berfl├╝ssig und verbraucht sehr viel Platz
Das Verkehrskonzept muss nach 50 Jahren ├╝berdacht werden. Dazu hat die Zukunftswerkstatt einen Vorschlag mit
folgenden Eckwerten vorgelegt:
  1. Die Fernradwegverbindungen, die aus Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Ronnenberg aufeinandertreffen, sollen mit dem Ihme-Radweg verbunden werden und ├╝ber eine neue Br├╝cke auf den Goetheplatz und den Innenstadtring gef├╝hrt werden.
  2. Der Radweg entlang der Ihmeufers muss entlang des Ihme-Zentrums im selben Ausbaustandard wie entlang der ganzen Ihme hergestellt werden.
  3. Die Elisenstra├če muss wieder wie fr├╝her senkrecht auf die Spinnereistra├če gef├╝hrt werden.
  4. Die Verschneidung von privatem und ├Âffentlichem Verkehr wird aufgehoben. Der ├Âffentliche Verkehr wird auf die n├Ârdlichen Spuren, der private Verkehr auf die s├╝dlichen Spuren der F├Âssestra├če verlegt.
  5. Durch Aufstaur├Ąume wird die Ampelschaltung des Fu├čg├Ąnger├╝berweg F├Âssestra├če von den Abbiegespuren des PKW-Verkehrs der Kreuzung F├Âssestra├če/ Blumenauer Stra├če entkoppelt. Der Fu├čg├Ąnger├╝berweg wird so beschleunigt.
  6. Durch die Verbesserung der Verkehrsorganisation entsteht ein gro├čes Baugrundst├╝ck zwischen Limmerstra├če und Elisenstra├če. Das Grundst├╝ck ist bereits im ├Âffentlichen Besitz. Hier k├Ânnten ├╝ber 100 Wohnungen und erhebliche Gewerbefl├Ąchen geschaffen werden k├Ânnen.
Bestandteil des bisher vorgelegten Konzeptes war die Anordnung der Stadtbahnhaltestelle in der Spinnereistra├če als Verbindung von Linden-Nord und Ihme-Zentrum. Inzwischen hat die Region entschieden, dass der Hochbahnsteig K├╝chengarten am Ende der Limmerstra├če untergebracht wird. Nachvollziehbarer Grund ist, dass f├╝r steigende Fahrgastzahlen die Nutzung einer neuen Strecke ├╝ber die Blumenauer Stra├če mit Einfahrt in die Tunnelstrecken erm├Âglicht wird. F├╝r diese Streckenf├╝hrung ist die auch stadtr├Ąumlich wichtige Wiederherstellung der Verbindung von Limmerstra├če mit Blumenauer Stra├če erforderlich.
Das muss zum Anlass genommen werden, das Verkehrskonzept grunds├Ątzlich zu ├╝berdenken. Hannover formuliert ehrgeizige Ziele, um den Anteile von ├Âffentlichem Nahverkehr und Radverkehr in den kommenden Jahren erheblich zu steigern. Dazu passt es nicht, an einem 50 Jahre alten Verkehrskonzept weiterzubasteln, bei dem diese Verkehrsarten nicht einmal thematisiert wurden.
Nur wenn ├╝berfl├╝ssige Verkehrsfl├Ąchen aufgehoben werden, k├Ânnen sich Ihme-Zentrum und der Stadtteil Linden n├Ąher kommen und zusammenwachsen.
Die stadtr├Ąumlichen M├Âglichkeiten veranschaulicht ein kurzes Video ├╝ber die Masterarbeit von Albert Laqua an der Leibniz-Universit├Ąt.