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News

Workshop: Energiekonzepte im Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum verbraucht mehr Energie als es m├╝sste – beispielsweise durch schlechte D├Ąmmung oder veralterte Haustechnik. Es gibt also Optimierungspotenzial. Am 25. April haben Interessierte gemeinsam mit Experten in einem Workshop Konzepte erarbeitet, das Ihme-Zentrum energetisch zu verbessern. In Referaten von Gerd Runge und Stefanie van Heeren ging es beispielsweise um die Ist-Situation der Geb├Ąudeh├╝lle und der Geb├Ąudetechnik. In einer Disskussionsrunde wurde von Matthias Wohlfahrt (proKlima) angeregt, ein „Leuchtturmprojekt“im Ihmezentrum zu suchen, an dem das Energiekonzept erstellt und umgesetzt werden soll. Das wollen Bewohnerinnen und Bewohner des Ihme-Zentrums nun gemeinsam mit Experten in der Ihmepassage 4 in die Tat umsetzen, wo es zw├Âlf gewerbliche Einheiten und zwei Wohnungen gibt. Ein Workshop mit tollen Ergebnissen!

Die Veranstaltung war Teil der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover und der Leibniz-Universit├Ąt Hannover.

Neue Nutzungen – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

Neue Nutzungen

Das Ihme-Zentrum wurde als eine multifunktionale, hoch verdichtete Komplexbebauung errichtet. Wohnen, Dienstleistung, Einzelhandel, Gesundheit, Kultur und Freizeit sowie ├Âffentliche Einrichtungen wurden in enge Nachbarschaft gebracht. Der ganze Tagesablauf kann mit extrem kurzen Wegen bew├Ąltigt werden. Dies ist auch heute noch eine der gro├čen Qualit├Ąten des Ihme-Zentrums. Diese Qualit├Ąt soll weiterentwickelt werden. Neue Nutzungen m├╝ssen haupts├Ąchlich f├╝r die Fl├Ąchen des nicht funktionierenden Einkaufszentrums im Sockel gefunden werden.

 

Produktive Stadt

Die Produktion als Nutzung wurde aufgrund der damals erheblichen Emissionen als Funktion ausgelagert. Durch verbesserte Bautechnik und die Digitalisierung entstehen inzwischen neue Produktionstechniken, die leiser, platzsparender und umweltfreundlicher sind. Deshalb kann diese Produktion in die Stadt zur├╝ckkehren. Produzierende Gewerbeh├Âfe profitieren von ihrem Standort im Stadtteil. Die Gr├╝nderszene, die r├Ąumliche wie soziale N├Ąhe zu Forschungs- und Bildungseinrichtungen, der gute Zugang zu qualifiziertem Personal, kurze Wege und die N├Ąhe zu den eigenen Absatzm├Ąrkten haben in anderen St├Ądten bereits neue Stadtfabriken entstehen lassen. Der 6-8 m hohe Sockel zwischen K├╝chengarten und Gartenallee bietet f├╝r diese Nutzung ideale Voraussetzungen.

Kreativ- und Kulturetage

Die aufgrund ihrer Lage- und Belichtungsm├Âglichkeit schwer nutzbare Fl├Ąchen der ehemaligen Saturn-Verkaufsfl├Ąchen k├Ânnen dringend ben├Âtigten Ateliers und Co-Working-Spaces Platz bieten.

Neue Wohnnutzungen

Die leerstehenden B├╝roetagen in den Obergeschossen entlang der Blumenauer Stra├če eignen sich f├╝r ca. 100 ebenfalls dringend ben├Âtigte, innerst├Ądtische, barrierefreie Wohnungen.

Einzelhandel

Einzelhandelsfl├Ąchen werden sich in geringerem Umfang entlang der neuen Wegeverbindungen K├╝chengarten und Gartenallee f├╝r den ├Ârtlichen Bedarf ansiedeln lassen. Hier sollen Supermarktfl├Ąchen mit begleitenden L├Ąden (B├Ąckerei, Fleischerei etc.) vorgesehen werden.

Bestehende B├╝ro- und Wohnnutzungen in den Obergeschossen

Diese Nutzungen in den Obergeschossen funktionieren und sollen nicht ge├Ąndert werden. Die Fl├Ąchen der ehemaligen Einkaufszentrumspassage sollen als halb├Âffentliche Fl├Ąche oder Wohnhof diesen Nutzungen zugeordnet werden.

Studentenwohnheim und Fitness

Ausgehend vom ebenfalls gut nachgefragten Studentenwohnheim k├Ânnten ggf. in Zusammenarbeit mit dem Bereich Sport der Leibniz-Universit├Ąt verst├Ąrkt Fitness- und Wassersportangebote angesiedelt werden.

Die AG Architektur und Stadtplanung bereitet Workshops und eine Seminar mit der Leibniz-Universit├Ąt vor, um konkretere Vorschl├Ąge f├╝r die Sockelnutzung als Produktive Stadt und andere neue Nutzungen zu entwickeln.

 

Eigentum und Recht

Die Arbeitsgruppe Architektur und Stadtplanung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (kurz: AG Planung) sieht in der un├╝bersichtlichen Eigentumsstruktur die Hauptursache f├╝r Stagnation und Verfall des Ihme-Zentrums. Dringend notwendige Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen werden seit Jahren nicht ausgef├╝hrt. Die Haustechnik ist so ├╝beraltert, dass f├╝r Leitungssch├Ąden kein ├╝blicher Versicherungsschutz besteht. Undichte D├Ącher gef├Ąhrden die Bausubstanz.
Die seit 1971 fortgeschriebene Beschlusssammlung zur Gemeinschaftsordnung umfasst mehrere hundert Seiten. Das Einkaufszentrum ist immer noch die Gesch├Ąftsgrundlage der Betriebskostenverteilung, obwohl es l├Ąngst verwaist ist.
Erhebliche Eingriffe in das Gemeinschaftseigentum von 2007 blieben in der Teilungserkl├Ąrung bislang unber├╝cksichtigt.
Dies bietet Anlass f├╝r zahlreiche rechtliche Auseinandersetzungen, die allesamt nur Verschiebungen in den Kostenverteilungen zum Ziel haben. Sie entwickeln keine L├Âsungsperspektive, weil die Strukturprobleme und die damit einhergehende gegenseitige L├Ąhmung nicht behoben wird. Der Versuch der Landesbank Berlin, die Eigentumsstruktur privatrechtlich zu reformieren, ist an der fehlenden Zustimmung einzelner Eigent├╝mer gescheitert.
Ein Vorschlag der AG Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist die ├Âffentliche Widmung des Wege- und Erschlie├čungssystems im Ihme-Zentrum. Dadurch werden einzelne Eigent├╝mergemeinschaften ├Ąhnlich unabh├Ąngig, wie dies im umliegenden Stadtteil der Fall ist. Auf dieser Grundlage gelingt die Entflechtung der Interessen der Sondereigentumsfl├Ąchen Gewerbe und Wohnen. Hiervon w├╝rden alle profitieren:
  • Die Wohnungseigent├╝mer bek├Ąmen unabh├Ąngige Zug├Ąnge von ├Âffentlichen Fl├Ąchen. Die Haftung w├╝rde mit ├╝bersichtlicheren Eigent├╝mergemeinschaften begrenzt. Dringend erforderliche Instandhaltungsinvestitionen k├Ânnten angegangen werden.
  • Die Gewerbeeigent├╝mer bek├Ąmen Sondereigentumsfl├Ąchen die sie wirtschaftlich unabh├Ąngig entwickeln k├Ânnen.
  • Die Kommune bek├Ąme ein ├Âffentlich gewidmetes Wegesystem, mit dem Ihme-Zentrum, umliegender Stadtteil und Flussufer zusammenwachsen w├╝rden. Die Wiederbelebung der Gewerbefl├Ąchen w├╝rde erhebliche Steuereinnahmen generieren.

Wir gehen davon aus, dass die Neustrukturieren der Eigentumsordnung nur mit ├Âffentlicher Moderation und ggf. mit ├Âffentlich-rechtlichen Eingriffen m├Âglich ist.

Deshalb begr├╝├čen wir au├čerordentlich, dass die Stadtverwaltung Mittel des Bundesbauministerium eingeworben hat, um
  • die rechtlichen M├Âglichkeiten der Neustrukturierung nach Wohnungseigentumsrecht und Baugesetzbuch zu kl├Ąren,
  • ein ├Âffentlich gewidmetes Wegesystem herzustellen und rechtlich abzusichern,
  • die internen und externen Kommunikationsprozesse als Grundlage f├╝r eine Neuausrichtung zu moderieren.

Die AG Architektur und Stadtplanung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum steht im Austausch mit der derzernats├╝bergreifenden Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung.

Zusammenwachsen – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
Hier:

Wie das Ihme-Zentrum mit dem Stadtteil zusammenw├Ąchst

Der verwaiste Sockel des Ihme-Zentrums wird seine Neubestimmung durch das Zusammenwachsen mit dem umliegenden, vitalen Stadtteil erfahren. Daf├╝r m├╝ssen neue Bez├╝ge zum Stadtraum und dem Wegesystem des Stadtteils hergestellt werden:
  1. Die Gr├╝nverbindung zwischen F├Âssestra├če und Rampenstra├če muss ├╝ber den K├╝chengartenplatz hinweg an die Ihme verl├Ąngert werden. Dazu m├╝ssen keine Geb├Ąude abgerissen werden, sondern nur gro├če Belichtungs├Âffnungen im ungenutzten Platz des ehemaligen Einkaufszentrum hergestellt werden.
  2. Die wichtige Rad- und Fu├čwegverbindung von Linden Mitte ├╝ber die Gartenallee in die Calenberger Stra├če muss ├╝bersichtlich befahrbar und attraktiver werden.
  3. Der Radweg am Ihmeufer muss auch entlang des Ihme-Zentrum als Fernradweg nutzbar werden. Der Fu├čg├Ąngerweg muss vom Radweg so getrennt werden, dass er als angenehmer Uferweg nutzbar ist.
  4. Die Fassaden entlang der Blumenauer Stra├če und Spinnereistra├če m├╝ssen im Erdgeschoss identifizierbare Eing├Ąnge und Adressen bekommen. Die Nutzungen im Erdgeschoss (L├Ąden, B├╝ros, Werkst├Ątten) m├╝ssen auf die Stra├če ausstrahlen.
  5. Durch die Neuorganisation des Verkehrs am K├╝chengarten k├Ânnen bisherige Verkehrs- und Brachfl├Ąchen bebaut werden. Stra├čenprofile werden f├╝r Fu├čg├Ąnger ├╝berschaubar. Die Bebauung des Stadtteils w├Ąchst mit dem Ihme-Zentrum zusammen.

 

K├╝chengarten – Diskussionspapier

Die Arbeitsgruppe Planung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. macht sich Gedanken zu verschiedenen planerischen Aspekten des Ihme-Zentrums und seiner Einbindung in die Stadt.
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K├╝chengarten: Verkehrsprobleme und Stadtraum

Die Verkehrssituation auf dem K├╝chengarten ist f├╝r alle eine Zumutung:
  • Fu├čg├Ąnger und Radfahrer m├╝ssen bis zu 11 Ampelphasen abwarten bis sie die F├Âssestra├če ├╝berqueren k├Ânnen.
  • Bus- und Stra├čenbahnhaltestellen sind um den Platz verteilt. Wer umsteigen will, muss h├Ąufig an einer roten Ampel stehend zusehen, wie die Anschlussbahn davonf├Ąhrt.
  • Die Autofahrer m├╝ssen sich durch die Vorrangschaltung f├╝r die Stra├čenbahnen h├Ąufig lange gedulden.
Die Misere hat zwei Ursachen, die beide aus dem immer noch g├╝ltigen Verkehrskonzept von 1968 stammen:
  1. Die D-Linie (heute Linie 10) sollte unterirdisch in die Limmerstra├če einfahren. Die Tunnelstrecke wurde aus Kostengr├╝nden nie gebaut. Als Problem bleibt deshalb die Verschneidung der Stadtbahntrasse mit dem privaten Verkehr auf der Erdgeschossebene. Dies geschieht genau der Stelle, an der es f├╝r die Verkehrsorganisation am problematischsten ist.
  2. Im Zusammenhang mit dem Ihme-Zentrum sollten an der Elisenstra├če zwei Gro├čparkh├Ąuser gebaut werden. Deshalb wurde die Blumenauer Stra├če mit der Elisenstra├če verbunden. Die Parkh├Ąuser wurden nie gebaut. Die Verbindung ist ├╝berfl├╝ssig und verbraucht sehr viel Platz
Das Verkehrskonzept muss nach 50 Jahren ├╝berdacht werden. Dazu hat die Zukunftswerkstatt einen Vorschlag mit
folgenden Eckwerten vorgelegt:
  1. Die Fernradwegverbindungen, die aus Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Ronnenberg aufeinandertreffen, sollen mit dem Ihme-Radweg verbunden werden und ├╝ber eine neue Br├╝cke auf den Goetheplatz und den Innenstadtring gef├╝hrt werden.
  2. Der Radweg entlang der Ihmeufers muss entlang des Ihme-Zentrums im selben Ausbaustandard wie entlang der ganzen Ihme hergestellt werden.
  3. Die Elisenstra├če muss wieder wie fr├╝her senkrecht auf die Spinnereistra├če gef├╝hrt werden.
  4. Die Verschneidung von privatem und ├Âffentlichem Verkehr wird aufgehoben. Der ├Âffentliche Verkehr wird auf die n├Ârdlichen Spuren, der private Verkehr auf die s├╝dlichen Spuren der F├Âssestra├če verlegt.
  5. Durch Aufstaur├Ąume wird die Ampelschaltung des Fu├čg├Ąnger├╝berweg F├Âssestra├če von den Abbiegespuren des PKW-Verkehrs der Kreuzung F├Âssestra├če/ Blumenauer Stra├če entkoppelt. Der Fu├čg├Ąnger├╝berweg wird so beschleunigt.
  6. Durch die Verbesserung der Verkehrsorganisation entsteht ein gro├čes Baugrundst├╝ck zwischen Limmerstra├če und Elisenstra├če. Das Grundst├╝ck ist bereits im ├Âffentlichen Besitz. Hier k├Ânnten ├╝ber 100 Wohnungen und erhebliche Gewerbefl├Ąchen geschaffen werden k├Ânnen.
Bestandteil des bisher vorgelegten Konzeptes war die Anordnung der Stadtbahnhaltestelle in der Spinnereistra├če als Verbindung von Linden-Nord und Ihme-Zentrum. Inzwischen hat die Region entschieden, dass der Hochbahnsteig K├╝chengarten am Ende der Limmerstra├če untergebracht wird. Nachvollziehbarer Grund ist, dass f├╝r steigende Fahrgastzahlen die Nutzung einer neuen Strecke ├╝ber die Blumenauer Stra├če mit Einfahrt in die Tunnelstrecken erm├Âglicht wird. F├╝r diese Streckenf├╝hrung ist die auch stadtr├Ąumlich wichtige Wiederherstellung der Verbindung von Limmerstra├če mit Blumenauer Stra├če erforderlich.
Das muss zum Anlass genommen werden, das Verkehrskonzept grunds├Ątzlich zu ├╝berdenken. Hannover formuliert ehrgeizige Ziele, um den Anteile von ├Âffentlichem Nahverkehr und Radverkehr in den kommenden Jahren erheblich zu steigern. Dazu passt es nicht, an einem 50 Jahre alten Verkehrskonzept weiterzubasteln, bei dem diese Verkehrsarten nicht einmal thematisiert wurden.
Nur wenn ├╝berfl├╝ssige Verkehrsfl├Ąchen aufgehoben werden, k├Ânnen sich Ihme-Zentrum und der Stadtteil Linden n├Ąher kommen und zusammenwachsen.
Die stadtr├Ąumlichen M├Âglichkeiten veranschaulicht ein kurzes Video ├╝ber die Masterarbeit von Albert Laqua an der Leibniz-Universit├Ąt.